Angelknoten: warum sie halten
Der Knoten ist der einzige Teil der Montage, den der Angler selbst herstellt, direkt am Ufer. Alles andere kann man fertig kaufen; der Knoten entsteht jedes Mal neu — und genau deshalb versagt er am häufigsten.
Jeder Knoten nimmt Tragkraft
Die Schnur wird im Knoten gebogen, und an der Biegung verteilt sich die Last ungleichmäßig: ein Teil der Wicklungen zieht stärker als der andere. Deshalb ist ein Abschnitt mit Knoten immer schwächer als derselbe Abschnitt ohne — die Frage ist nur, um wie viel.
Daraus folgt praktisch: ein Bruch am Knoten bedeutet nicht zwangsläufig einen schlecht gebundenen Knoten, sondern normales Verhalten der Montage. Nicht normal ist etwas anderes — wenn der Knoten rutscht.
Nässen ist kein Aberglaube
Trocken zugezogen reiben die Wicklungen aneinander, und die Schnur erhitzt und beschädigt sich schon vor dem ersten Wurf. Ein genässter Knoten setzt sich gleichmäßiger und hält mehr.
Das ist die Kleinigkeit, die am häufigsten übergangen wird, und ihre Folgen sind am Wasser nicht zu sehen: die Montage wirkt heil bis genau zu dem Moment, in dem sie reißt.
Zwei Aufgaben — zwei Gruppen von Knoten
Knoten sind danach gegliedert, was sie genau verbinden, denn die Anforderungen sind verschieden.
- Haken- und Köderknoten — befestigen die Schnur an Öhr oder Plättchen.
- Verbindungsknoten — verbinden zwei Abschnitte miteinander.
Die Hauptforderung an die zweite Gruppe ist der Durchlauf durch die Ringe. Ein voluminöser Knoten schlägt beim Wurf an den Ring, und das verdirbt Weite wie Schnur.
Einen Universalknoten gibt es nicht
Ein Knoten, der einen Haken gut hält, taugt nicht zwangsläufig zum Verbinden zweier Schnüre: dort zählt Sicherheit am Metallöhr, hier Schlankheit und die Fähigkeit, Ringe zu passieren. Ein Angler braucht also nicht einen Knoten, sondern mindestens zwei — einen aus jeder Gruppe.
Am Anfang zehn Knoten zu lernen ist unnötig: besser zwei bis zur Selbstverständlichkeit üben und jedes Mal gleich binden, als viele zu kennen und die Wicklungen im Wind zu verwechseln.
Geprüft wird vor dem Angeln, nicht nach dem Bruch
Der gesetzte Knoten wird angesehen: die Wicklungen sollen gleichmäßig liegen, ohne Überkreuzungen, und das Ende soll nicht seitlich abstehen. Danach belastet man ihn ruhig mit den Händen — nicht um ihn zu zerreißen, sondern um zu sehen, ob er wandert.
Der Knoten hängt vom Material ab
Derselbe Knoten verhält sich auf Monofil, Geflecht und Fluorocarbon verschieden: glattes Material verlangt mehr Wicklungen, steifes setzt sich schlechter. Deshalb wählt man den Knoten nicht für sich allein, sondern zusammen mit der Schnur, auf der er gebunden wird.
Ebenso hängt er vom Haken ab: Ringöhr und Plättchen verlangen verschiedene Knoten — dazu Angelhaken. Den allgemeinen Begriff behandelt Was ist ein Angelknoten.