Haken- und Köderknoten
Das sind die Knoten des Endpunkts — jene, die die Schnur an Haken, Wirbel oder Köder befestigen. Die Anforderungen unterscheiden sich von denen an Verbindungsknoten: durch Ringe müssen sie nie laufen, dafür am Metallöhr halten.
Vier Knoten, vier verschiedene Aufgaben
- Palomar — einfach und zuverlässig, mit doppelt gelegter Schnur gebunden.
- Clinch — der klassische Wicklungsknoten, der verbreitetste.
- Snell — wird um den Schenkel gebunden, nicht nur durchs Öhr.
- Nicht zuziehende Schlaufe — lässt dem Köder Bewegungsfreiheit.
Fester Knoten oder Schlaufe ist eine Entscheidung
Die meisten Knoten ziehen sich am Öhr fest zu, und der Köder hängt starr. Die nicht zuziehende Schlaufe tut das Gegenteil: sie lässt einen Ring, in dem sich das Öhr frei bewegt.
Der Unterschied zeigt sich an Ködern mit Eigenaktion. Eine starre Verbindung dämpft einen Teil dieser Aktion, eine freie Schlaufe lässt den Köder so laufen, wie es gedacht war. Wo keine Eigenaktion gefragt ist, fügt die Schlaufe nur ein überflüssiges Element hinzu.
Der Snell steht für sich
Er wird nicht allein durchs Öhr gebunden, sondern um den Schenkel des Hakens, und arbeitet deshalb anders: der Zug läuft am Schenkel entlang und dreht den Haken beim Anhieb. Das zählt dort, wo der Köder groß und der Raum für den Anhieb knapp ist.
Dieser Knoten verlangt einen Haken mit passendem Öhr — dazu Arten von Angelhaken.
Der Knoten wird gebunden, bevor er gebraucht wird
Ein Haken wird häufiger gewechselt als jeder andere Teil der Montage: er wird stumpf, biegt auf, bleibt im Hänger. Deshalb bindet man einen Knoten dieser Gruppe nicht einmal pro Ausflug, sondern dutzendfach, oft in Eile und mit klammen Fingern.
Daher ist das Hauptkriterium nicht die maximale Tragkraft, sondern die Wiederholbarkeit. Ein Knoten, den du auch im Dunkeln gleich bindest, ist sicherer als einer, der auf dem Papier mehr hält, aber jedes Mal anders ausfällt.
Die Öhrform begrenzt die Wahl
Zum Ringöhr passen fast alle Knoten dieser Gruppe. Zum Plättchen nicht alle: dort gibt es kein Loch, und der Knoten hält am Schenkel selbst. Das ist der Grund, warum der „Lieblingsknoten" manchmal plötzlich nicht mehr geht — nicht der Knoten hat sich geändert, sondern der Haken.
Die allgemeinen Regeln — warum ein Knoten Tragkraft nimmt und wozu man ihn nässt — stehen in Angelknoten.
Das Ende kürzen, aber nicht bündig
Ein gesetzter Knoten lässt ein freies Ende, und man kürzt es, damit es kein Kraut und keinen Unrat sammelt. Bündig abzuschneiden ist jedoch riskant: unter Last zieht sich der Knoten noch etwas nach, und ein zu kurzes Ende kann aus den Wicklungen rutschen.
Das ist eine der häufigsten Ursachen für einen Bruch „aus dem Nichts" — der Knoten sah richtig aus, aber es war nichts mehr da, was ihn hielt.
Auch das Material zählt
Auf glattem Geflecht rutscht ein Teil dieser Knoten und braucht zusätzliche Wicklungen, auf steifem Fluorocarbon setzt er sich schlechter. Derselbe Knoten ist auf verschiedenen Materialien nicht gleich zuverlässig.