Der Snell-Knoten

Der Snell steht abseits aller anderen Hakenknoten: er befestigt die Schnur nicht am Öhr, sondern am Schenkel — dem geraden Teil des Hakens. Dadurch läuft der Zug am Haken entlang, statt ihn am Öhr zur Seite zu ziehen.

Wie er gebunden wird

Das freie Ende geht durch das Öhr und wird als Schlaufe am Schenkel entlanggelegt. Diese Schlaufe umwickelt den Schenkel samt Schnur — sechs bis acht Windungen — nach unten hin. Dann zieht man an der Hauptschnur: die Windungen setzen sich und der Knoten klemmt auf dem Schenkel.

Die Windungen müssen dicht und kreuzungsfrei liegen, und der Knoten selbst darf nicht zum Bogen rutschen. Rutscht er, wird neu gebunden.

Auch am Haken ohne Öhr

Ein Teil der Köderhaken hat gar kein Öhr, sondern ein Plättchen — ein flach gedrücktes Schenkelende. Daran lässt sich nichts anbinden, und der Snell ist hier die einzige gangbare Lösung: er hält auf dem Schenkel selbst, und das Plättchen verhindert nur, dass die oberste Windung abrutscht.

Die Kopfformen — Öhr, Plättchen und die übrigen — stehen im Abschnitt über Angelhaken.

Warum der Anhieb anders wirkt

Zieht die Schnur am Öhr, dreht sich der Haken unter Last ein wenig. Beim Snell wirkt die Kraft entlang des Schenkels, und der Haken geht dorthin, wohin die Spitze zeigt.

Deshalb hält man am Snell fest, wo der Biss kurz und hart ist und der Haken auf die erste Bewegung fassen muss.

Wie viele Windungen und in welche Richtung

Sechs bis acht, gelegt vom Öhr zum Bogen — nach unten. Die Richtung ist nicht gleichgültig: nach oben gelegte Windungen wandern unter Last zum Öhr und lockern den Knoten.

Das freie Ende kommt unter der untersten Windung heraus und wird zusammen mit der Hauptschnur zugezogen. Nur an der Hauptschnur zu ziehen genügt nicht: die oberen Windungen setzen sich, die unteren bleiben lose.

Kontrolle

Ein fertiger Snell ist eine dichte Spirale auf dem Schenkel ohne Lücken. Die Schnur muss am Schenkel entlang abgehen, nicht im Winkel: ein Abgang zur Seite heißt, der Knoten sitzt schief und verdreht sich beim Anhieb.

Das Haar-Rig

An Karpfenmontagen wird der Snell mit längerem freiem Ende gebunden, und dieses Ende bleibt frei — darauf sitzt der Köder. Der Haken bleibt nackt und der Boilie hängt daneben, an der Schnur selbst.

Diese Montage hält gerade wegen des Snells: die Windungen am Schenkel lassen die Schnur nicht verrutschen, wenn ein Fisch den Köder nimmt und zur Seite zieht.

Wo er verwendet wird

Grund- und Karpfenangeln mit Naturköder, Haar-Rigs, Meeresgerät mit großen Haken. Also überall dort, wo der Haken allein arbeitet und seine Lage in der Montage vorhersehbar ist.

Seine Grenzen

Für Köder, die spielen sollen, taugt der Snell nicht: er legt die Schnur starr und in einer Richtung fest. Für Bewegung nimmt man den Schlaufenknoten, für die gewöhnliche Bindung ans Öhr den Palomar.


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