Der Clinch-Knoten
Der Clinch wird mit einfacher Schnur gebunden, nicht mit doppelter, und genau deshalb hält er dort, wo der Palomar nicht durchgeht. Die Palomar-Schlaufe muss über den ganzen Köder gestülpt werden; dem Clinch genügt es, wenn das freie Ende durch das Öhr passt.
Wie er gebunden wird
Die Schnur geht durch das Öhr, das freie Ende umwickelt die Hauptschnur — fünf bis sieben Windungen — und wird dann in die kleine Schlaufe direkt am Öhr gesteckt. Anfeuchten und zuziehen, dabei die Windungen halten, damit sie sich in einer gleichmäßigen Reihe legen.
Die Windungen müssen nebeneinander liegen und dürfen sich nicht kreuzen. Eine Kreuzung ist die Bruchstelle, und auf dünner Schnur entscheidet sie.
Was «improved» bedeutet
Der einfache Clinch endet hier und rutscht auf glatter Schnur. In der verbesserten Fassung geht das freie Ende nach dem ersten Durchstecken noch in die große Schlaufe, die entlang der Windungen entstanden ist — und erst dieses zweite Durchstecken hält den Knoten fest.
Ein Handgriff Unterschied, und er hält anders. Deshalb ist in Anleitungen fast immer die verbesserte Fassung gemeint, auch wenn dort schlicht «Clinch» steht.
Wo er den Palomar schlägt
Überall dort, wo die Schlaufe nicht durchgeht. Ein großer Wobbler, ein schwerer Blinker, ein wuchtiger Jigkopf — dem Clinch ist gleich, was am Ende hängt, denn durch das Öhr läuft nur ein Strang. Dasselbe gilt für ein sehr kleines Öhr, durch das die doppelte Schnur schlicht nicht passt.
Genau auf diesen Fall verweist die Karte zum Palomar-Knoten.
Auf Geflecht ist er schwächer
Der Clinch hält über die Reibung seiner Windungen, und geflochtene Schnur ist glatt — dieselbe Zahl an Windungen reicht darauf nicht, und der Knoten wandert. Zwei Auswege: mehr Windungen, oder den Clinch mit doppelter Schnur binden, was ihn zu dem macht, was der Palomar von Anfang an ist.
Auf monofiler Schnur und Fluorocarbon stellt sich das Problem nicht, und dort arbeitet der Clinch so, wie er soll.
Woran er sonst gebunden wird
Wirbel, Karabiner, Einhänger, Ködersprengring — alles mit einem Öhr. Am Karabiner ist der Clinch bequemer als der Palomar, und zwar aus einem schlichten Grund: der Karabiner muss nicht durch eine Schlaufe geführt werden, und das ist am Palomar der langsamste Teil.
Deshalb bleibt der Clinch der «Karabinerknoten» selbst bei Anglern, die den Haken mit dem Palomar binden.
Wie viele Windungen
Die Regel ist dieselbe wie bei den übrigen Knoten: je dünner und glatter die Schnur, desto mehr Windungen. Auf dicker monofiler Schnur verhindern zusätzliche Windungen, dass sich der Knoten setzt; auf dünner nimmt man sie dazu.
Was man nicht tun sollte
Nicht trocken zuziehen: die Reibung zwischen den Windungen erhitzt das Nylon. Das Ende nicht bündig abschneiden — unter Last zieht es sich in den Knoten zurück. Und einen gewanderten Knoten nicht «nachziehen»: er wird neu gebunden.
Ein fertiger Clinch sitzt hart am Öhr, die Windungen liegen nebeneinander und das freie Ende zeigt zum Köder. Steht der Knoten ein paar Millimeter vom Öhr weg, ist er meist nicht zu Ende gezogen: die Windungen haben sich noch nicht gesetzt.