Der Albright-Knoten

Der Albright löst die Aufgabe, an der der Uni-Knoten scheitert: er verbindet Schnüre sehr unterschiedlicher Stärke. Eine dünne Schnur setzt sich um eine dicke nicht — sie schneidet nur in sie ein.

Wie er gebunden wird

Die dicke Schnur wird zu einer Schlaufe gelegt. Die dünne geht in diese Schlaufe hinein, umwickelt beide Schenkel — zehn Windungen und mehr, vom Bogen zum offenen Ende hin — und kommt durch dieselbe Schlaufe wieder heraus, auf der Seite, auf der sie hineingegangen ist.

Dann anfeuchten und an beiden Hauptschnüren ziehen. Die Windungen rutschen zum Bogen der Schlaufe und klemmen dort.

Die dicke legt die Schlaufe, die dünne wickelt

Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Die Schlaufe wird immer aus der steiferen oder dickeren Schnur gelegt, gewickelt wird mit der weicheren. Umgekehrt halten die Windungen nicht und rutschen bei der ersten Last von der Schlaufe.

Das ist der häufigste Fehler bei diesem Knoten, und er sieht aus wie «der Albright hält nicht», obwohl sauber gebunden wurde.

Wo er passt

Geflecht an ein dickes Fluorocarbon-Vorfach, Hauptschnur an ein Stahlvorfach über eine Schlaufe, ein dünnes Fliegen-Tippet an ein dickes Vorfachstück. Überall dort, wo sich die Stärken so weit unterscheiden, dass eine gewöhnliche Verbindung nicht sitzt. Die Vorfachmaterialien selbst stehen im Abschnitt über Vorfachmaterial.

Wofür er sonst taugt

Neben ungleichen Stärken nimmt man den Albright dort, wo eine der Schnüre eigentlich keine Schnur ist: Stahlvorfach, Titan, eine dicke monofile Schlagschnur. In diesen Fällen legt das steife Material die Schlaufe.

Bei der Schlagschnur ist das besonders praktisch: der Übergang von der dünnen Hauptschnur auf den dicken Schlagteil läuft bei jedem Wurf durch die Ringe, und zusätzliches Volumen ist dort zu spüren.

Worin er dem FG unterliegt

Er ist dicker. Die Windungen liegen auf der Schlaufe statt in einer Lage, also läuft er merklicher durch die Ringe. Wandert die Verbindung bei jedem Wurf durch, ist der FG sauberer.

Dafür ist der Albright schneller gebunden und verträgt Wind — am Ufer entscheidet das oft mehr als ein paar Zehntelmillimeter.

Was tun, wenn er wandert

Der Albright wandert aus zwei Gründen, und beide sind zu sehen. Erstens — die Windungen sind nicht zum Bogen gerutscht und sitzen in der Mitte: dann zieht man sie nach, während man die Schlaufe hält. Zweitens — die Schlaufe wurde aus der dünnen statt aus der dicken Schnur gelegt, und da hilft nur neu binden.

Kontrolle

Ein fertiger Albright soll ein dichter Zylinder auf dem Bogen der Schlaufe sein, ohne Lücken zwischen den Windungen. Das dicke Ende wird mit ein paar Millimetern Zugabe abgeschnitten, und nie bündig: gerade es hält die Windungen davon ab, abzurutschen.

Das dünne wird mit derselben Zugabe gekürzt. Beide Enden müssen in verschiedene Richtungen zeigen — Enden, die einander gegenüberstehen, heißen, dass die dünne Schnur von verschiedenen Seiten in die Schlaufe hinein- und wieder hinausgegangen ist, und ein solcher Knoten geht auf.


Bissige Vorhersage in Ihrem Smartphone 🐠