Kugellager der Angelrolle
Ein Lager sitzt dort, wo sich ein Teil gegen ein anderes dreht. In einer Rolle gibt es mehrere solcher Stellen: Kurbelachse, Rotorwelle, Hubgetriebe der Spule, Schnurlaufröllchen. Jedes Lager ist eine solche Stelle, nicht mehr und nicht weniger.
Warum ihre Zahl nichts beweist
Die Zahl auf der Schachtel zählt Stellen, nicht Qualität. Neun billige Lager machen eine Rolle nicht besser als vier gute, und ein Teil der neun lässt sich dort einbauen, wo kaum Last anliegt.
Zwei Rollen lassen sich über diese Zahl nicht vergleichen: sie sagt nichts über das Material, nichts über den Schutz vor Wasser, nichts darüber, wie lange sie halten. Sie ist eine Angabe, die sich bequem drucken lässt, und nicht eine, die die Hand spürt.
Das Schnurlaufröllchen arbeitet anders
Alle übrigen Lager werden von der Hand gedreht. Das Röllchen ist die einzige Stelle, an der die Schnur selbst an einem Teil reibt, und sie reibt unter voller Last: alles, was der Fisch zieht, läuft darüber.
Dreht sich das Röllchen nicht, läuft die Schnur über stehendes Metall und fräst eine Rille hinein. Die Rille schneidet danach bei jedem Wurf ins Geflecht — und die häufigste Ursache eines plötzlichen Abrisses liegt hier und nicht in alter Schnur.
Kugellager oder Gleitlager
In günstigeren Baugruppen sitzt statt eines Kugellagers oft ein Gleitlager — eine glatte Buchse ohne Kugeln. Sie ist leiser und billiger, dafür ist die Reibung höher und sie verschleißt früher.
Der Tausch einer Buchse gegen ein Lager wird vor allem am Röllchen gemacht: dort zeigt sich der Nutzen am Wasser und nicht nur beim Kurbeln im Laden.
Die Rücklaufsperre ist ein Lager, das hält
Eine Baugruppe in dieser Aufzählung arbeitet umgekehrt. Der Freilauf der Rücklaufsperre ist ein Lager, dessen Rollen in der einen Drehrichtung verklemmen und in der anderen frei laufen. Sie ist es, die den Rotor beim Anhieb nicht zurückdrehen lässt.
Ihr Verschleiß fällt sofort auf, und auch darin ist sie besonders: die Kurbel gibt um einen Bruchteil einer Umdrehung nach, bevor sie greift. Die übrigen Lager gehen leise kaputt, dieses merklich: sein Zustand ist ohne Zerlegen zu sehen, allein am Verhalten der Kurbel.
Was sie zerstört
Wasser allein ist fast harmlos; zerstört werden sie von Wasser mit Sand. Sand gelangt mit Spritzern und mit der Schnur ins Innere, mischt sich mit dem Fett und macht daraus eine Paste, die als Schleifmittel wirkt.
Daher die erste Regel: eine Rolle wird nicht eingetaucht und nicht abgespritzt. Der Ablauf steht getrennt — Pflege und Lagerung der Angelrolle.
Was wir hier nicht angeben
Wie viele Lager eine Rolle haben soll und nach wie vielen Ansitzen sie zu wechseln sind. Beide Zahlen hängen von Bauart und Bedingungen ab, und eine geprüfte Quelle für eine allgemeine Antwort haben wir nicht gefunden. Das Anzeichen, das ohne Zahl auskommt, sind Rauheit und Spiel: wird es kratzig oder kommt seitliches Spiel dazu, ist es so weit.