Was ist eine Angelrolle

Eine Rolle tut drei Dinge: Sie hält den Schnurvorrat, gibt ihn beim Wurf frei und gibt unter Last nach, wenn der Fisch stärker zieht, als die Ausrüstung verträgt. Die dritte Aufgabe ist die wichtigste, und dafür ist die Bremse da.

Drei Typen und ein Unterschied zwischen ihnen

Die ganze Einteilung ruht darauf, ob sich die Spule während des Wurfs dreht. Bei einer Stationärrolle steht die Spule still, und die Schnur springt in Windungen über den Rand ab. Bei einer Multirolle und bei einer Trommelrolle dreht sich die Spule und gibt die Schnur Windung für Windung frei.

Aus diesem einen Unterschied folgen die Wurfweite, die Neigung zum Verheddern und die Frage, mit welcher Hand gekurbelt wird.

Die Bremse ist das Kernstück

Die Bremse lässt die Spule durchrutschen, sobald der Zug einen eingestellten Wert übersteigt. Richtig justiert gibt sie nach, bevor die Schnur an ihre Grenze kommt, und der Fisch nimmt Meter, statt die Ausrüstung zu zerreißen.

Geprüft wird sie nicht am Wasser, sondern zu Hause: Man zieht die Schnur mit der Hand ab. Sie soll gleichmäßig ablaufen, ohne Rucke und ohne Kraftsprünge.

Übersetzung

Eine Zahl wie 5.2:1 sagt, wie viele Umdrehungen der Rotor je Kurbelumdrehung macht. Eine höhere Zahl bedeutet schnelleres Einholen und weniger Kraft an der Kurbel je Umdrehung; eine niedrigere bedeutet langsameres Einholen, dafür sicheren Zug bei hoher Last.

Die Einholgeschwindigkeit hängt nicht nur davon ab: Auf voller Spule wird je Umdrehung mehr Schnur aufgenommen als auf leerer.

Größe: eine Zahl, die keine Norm ist

Die Größe steht als Zahl — 1000, 2500, 3000, 4000. Sie beschreibt Maß und Kapazität der Spule, aber eine einheitliche Norm zwischen Herstellern gibt es nicht: Eine 2500 unterscheidet sich von Marke zu Marke. Richten sollte man sich nach der angegebenen Kapazität „Durchmesser — Meter“, nicht nach der Zahl selbst.

Wie viel Schnur aufzuspulen ist und warum die Spule fast bündig gefüllt sein soll, steht gesondert: Angelschnur auswählen.

Auf welcher Seite die Kurbel sitzt

Bei der Stationärrolle lässt sich die Kurbel auf beide Seiten setzen: Sie wird in eine durchgehende Achse geschraubt, die Gegenseite verschließt eine Kappe. Ein „linkes“ und ein „rechtes“ Modell sind also dieselbe Rolle, nur anders montiert.

Bei der Multirolle geht das nicht: Dort ist die Kurbel fest mit dem Getriebe verbunden, und die Seite wählt man beim Kauf ein für alle Mal.

Pflege

Eine Rolle zerlegt man nicht ohne Not, aber nach jedem Salzwasser spült man sie und nach Regen wischt man sie trocken. Sand, der unter den Rotor gerät, verschleißt das Getriebe schneller als jede Last durch Fische.

Im Winter wird dickes Fett zäh und die Rolle läuft schwer — das ist kein Defekt. Zur übrigen Ausrüstung und demselben Ablauf: Abschnitt über Angelruten.

Was wir hier nicht schreiben

Wir vergleichen keine Marken und empfehlen keine Modelle: Die Serien werden jedes Jahr erneuert. Wir nennen auch nicht die Zahl der Kugellager als Maß für Qualität — diese Zahl lässt sich leicht erhöhen, ohne die Rolle zu verbessern.


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