Schnur auf die Rolle aufspulen

Aufgespult wird einmal pro Saison, bezahlt wird dafür die ganze Saison. Verdrallte Schnur wirft bei jedem Wurf Schlaufen, und mit Nachwickeln ist das nicht mehr zu beheben: sie muss herunter und neu drauf.

Woher der Drall kommt

Bei einer Stationärrolle steht die Spule still, und die Schnur wird vom Bügel mit dem Schnurlaufröllchen um sie herum gelegt. Jede Bügelumdrehung gibt der Schnur eine Drehung um die eigene Achse — das liegt in der Bauart und geht nicht weg.

Diese Drehung kann sich aber entweder mit der Art addieren, wie die Schnur von der Vorratsspule abläuft, oder von ihr abziehen. Deshalb entscheidet nicht die Rolle, sondern wie die Vorratsspule liegt, während man aufspult.

Wie die Vorratsspule liegen muss

Sie wird flach auf den Boden gelegt — Etikett nach oben oder nach unten, und das ist keineswegs gleich. Die Schnur läuft in Windungen ab, und die Richtung dieser Windungen muss mit der übereinstimmen, in der der Bügel sie auflegt. Raten ist nicht nötig: das prüft man in einer Minute.

Die Prüfung, die eine Minute dauert

Zwanzig bis dreißig Umdrehungen aufspulen, die Rute ablegen und die Schnur zwischen erstem Ring und Rolle locker lassen. Ringelt sie sich zusammen und dreht sich ein, muss die Vorratsspule gewendet werden. Legt sie sich in einem lockeren Bogen, stimmt es.

Dieselbe Prüfung macht man nach dem vollen Aufspulen: ein paar Meter abziehen und loslassen. Gerade Schnur hängt im Bogen durch, verdrallte rollt sich zur Spirale.

Zug beim Aufspulen

Die Schnur wird unter Zug aufgespult, sonst liegen die unteren Windungen locker und die oberen graben sich unter Last dazwischen — und die Spule blockiert beim Wurf. Am einfachsten führt man die Schnur durch ein Tuch in der Faust.

Der Zug soll gleichmäßig sein, nicht stark: es zählt nicht die Kraft, sondern dass sie sich von Anfang bis Ende nicht ändert. Ungleichmäßiges Aufspulen hinterlässt Wülste, und ein Wulst wirft die Schlaufe ausgerechnet beim weitesten Wurf.

Wie viel aufgespult wird

Bis zum Spulenrand, aber nicht bündig damit — ein paar Millimeter müssen bleiben. Eine unterfüllte Spule kostet Weite: die Schnur streift beim Ablaufen den Rand. Eine überfüllte wirft von selbst Windungen ab, während die Rolle nur daliegt.

Bei einer Multirolle lässt man mehr Luft: dort dreht sich die Spule, und überzählige Windungen am Rand sind eine fertige Perücke.

Backing: wenn weniger Schnur als Platz da ist

Geflecht wird oft in kürzeren Längen gekauft, als die Spule fasst — die ganze Tiefe damit zu füllen lohnt nicht. Der leere Raum wird von unten gefüllt: zuerst kommt günstige monofile Schnur darauf, dann wird das Geflecht daran geknotet und bis zum Rand aufgewickelt.

Die Verbindung muss flach sein, sonst stört sie die Windungen über sich: hier braucht es Verbindungsknoten und keine Hakenknoten. Das Backing verhindert außerdem das Durchrutschen — geflochtene Schnur ist glatt und dreht sich auf der blanken Spule unter Last mitsamt der ganzen Wicklung.


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