Was ist Fluorocarbon

Fluorocarbon wird als unsichtbare Schnur verkauft, und das stimmt fast — aber nicht wegen der Klarheit. Klar ist auch Monofil. Es geht darum, wie Fluorocarbon das Licht bricht: fast genauso wie das Wasser selbst. Aus dieser einen Eigenschaft folgt alles Übrige, auch dass man es gewöhnlich ans Ende setzt und nicht statt der Hauptschnur.

Woraus es besteht

Fluorocarbon-Schnur wird aus dem Fluorpolymer PVDF hergestellt. Das ist ein anderer Werkstoff als Nylon im Monofil und als Polyethylen im Geflecht — daher auch andere Eigenschaften und nicht einfach ein anderer Preis.

Warum man es im Wasser schlechter sieht

Der Grund ist nicht die Farbe. Fluorocarbon wird wegen einer Brechzahl nahe der des Wassers geschätzt — und genau deshalb bemerkt der Fisch es weniger.

Der Unterschied ist fein, aber wichtig zum Verständnis. Klare Schnur ist im Wasser trotzdem sichtbar: Licht bricht sich an der Grenze zweier Medien, und die Grenze wird erkennbar. Bricht der Werkstoff das Licht fast wie Wasser, ist die Grenze kaum vorhanden — und es gibt kaum etwas zu sehen.

Es sinkt

Eine zweite Eigenschaft desselben Werkstoffs: Fluorocarbon ist dichter und schwimmt deutlich schlechter als Monofil. Schlicht gesagt — es sinkt.

Das ist kein Mangel, sondern ein Werkzeug. Angler greifen genau dann zu Fluorocarbon, wenn ein Köder ohne schweres Blei nahe am Grund gehalten werden soll. Die Schnur zieht die Montage von selbst hinunter, und man muss nichts beschweren, was durch Zusatzgewicht gröber würde.

Warum man Vorfächer daraus macht

Fluorocarbon wird direkt als Vorfachmaterial bezeichnet: fest im Verhältnis zum spezifischen Gewicht, klar und mit einer Brechzahl nahe der des Wassers.

Rechnen Sie hinzu, dass geflochtene Schnur im Wasser gut sichtbar ist und sich gar nicht dehnt — und die Kombination wird offensichtlich. Die Hauptschnur liefert Empfindlichkeit und Festigkeit, der letzte Meter aus Fluorocarbon liefert Unauffälligkeit am Köder. Jeder Werkstoff tut, was er kann.

Wann es nicht gebraucht wird

Soll der Köder an der Oberfläche oder im Mittelwasser bleiben, arbeitet die Sinkeigenschaft gegen Sie: Fluorocarbon zieht die Montage hinunter, unabhängig von Ihren Plänen. Fürs Posenangeln ist Monofil folgerichtiger, weil es oben bleibt.

Die Wahl zwischen den drei Werkstoffen beginnt also weder beim Preis noch bei den Aufschriften auf der Packung, sondern bei einer schlichten Frage: Wo genau soll der Köder sein und was hindert ihn daran, dorthin zu kommen.

Was wir hier nicht schreiben

Über Fluorocarbon kursieren Behauptungen, die wir nicht wiederholen: um wie viel scheuerfester es ist, ob Sonne ihm schadet, wie viel teurer es ist. Eine geprüfte Quelle dafür haben wir nicht gefunden.

Das Obige sind Eigenschaften des Werkstoffs PVDF und die unmittelbaren Folgerungen daraus.


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