Fluorocarbon als Hauptschnur

Fluorocarbon kommt fast immer als Vorfach zum Einsatz, und begründet wird das mit dem Preis. Der Preis ist nicht der Hauptgrund: der eigentliche liegt darin, wie es sich auf der Spule verhält.

Steifigkeit gegen die feststehende Spule

Bei einer Stationärrolle dreht die Spule nicht, und die Schnur fliegt in Windungen über den Rand ab. Jede Windung muss sich im Flug strecken — und Fluorocarbon ist steifer als Nylon und streckt sich schlechter.

Alles Weitere folgt daraus: mehr Memory, mehr abgeworfene Schlaufen, kürzerer Wurf. Genau die Steifigkeit, die es zu einem guten Vorfach macht, hindert es daran, auf dieser Rollenart Hauptschnur zu sein.

Wo es als Hauptschnur funktioniert

Dort, wo sich die Spule selbst dreht. Bei einer Multirolle läuft die Schnur in den aufgewickelten Lagen ab, keine Windung muss sich strecken, und die Steifigkeit hört auf zu stören.

Der zweite Ort ist kurze Distanz überhaupt: wo es keinen Wurf gibt oder er wenige Meter misst, hat der Nachteil keine Zeit, sich zu zeigen.

Was der Umstieg bringt

Dasselbe, wofür man es als Vorfach nimmt, nur über die ganze Länge: es sinkt, ist im Wasser schlecht zu sehen und nimmt Reibung an Stein und Muschel weniger übel. Für die Grundführung heißt das direkter Kontakt zum Köder, ohne den Bogen, den Nylon an der Oberfläche hält.

Die Eigenschaften selbst stehen im Eintrag über Fluorocarbon.

Der mittlere Weg, den die meisten gehen

Statt Fluorocarbon ganz aufzuspulen, nimmt man Geflecht als Hauptschnur und ein langes Fluorocarbon-Endstück — ab einigen Metern aufwärts. Auf der Spule liegt dann weiche Schnur, und im Wasser arbeitet Fluorocarbon.

Das erklärt, warum «Fluorocarbon als Hauptschnur» selten ist: fast der ganze Nutzen ist auch ohne zu haben. Das lange Endstück wird mit einem flachen Verbindungsknoten angeschlagen, wie eine Schlagschnur.

Was dafür zu zahlen ist

Neben dem Verhalten auf der Spule: Knoten. Fluorocarbon hält Knoten, die für Nylon gedacht sind, schlechter, und man empfiehlt darauf Knoten mit mehr Windungen. Die Grundlage ist überall dieselbe: kein Knoten hält so viel wie die Schnur ohne Knoten.

Was Kälte damit macht

Die Steifigkeit von Fluorocarbon nimmt bei Frost zu, und was im Sommer nur auffällt, wird im Winter ausschlaggebend: die Windungen verlassen die Spule widerwillig, und der Wurf wird noch kürzer.

Als Hauptschnur nimmt man es deshalb im Winter selbst dort nicht, wo es im Sommer ging. Als Vorfach schon: ein kurzes Stück verdirbt die Steifigkeit nicht. Was der Winter sonst ändert, steht in wie man Schnur auswählt.

Was wir hier nicht angeben

Um wie viel genau der Wurf kürzer wird und um wie viel Prozent Fluorocarbon steifer ist. Beide Zahlen kursieren in Tests, und eine geprüfte Quelle dafür haben wir nicht gefunden. Der Unterschied zeigt sich am Wasser in einem einzigen Ansitz — das ist die Prüfung, die ohne Zahl auskommt.


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