Fluorocarbon: unter Wasser kaum sichtbar
Fluorocarbon wird aus Polyvinylidenfluorid hergestellt, und eine optische Eigenschaft hebt es von allen anderen Materialien ab — genau die, wegen der man es kauft.
Warum man es im Wasser schlecht sieht
Es geht nicht um Durchsichtigkeit: klares Monofil ist ebenfalls durchsichtig. Es geht um den Brechungsindex — darum, wie stark das Material den Lichtweg ändert. Bei Fluorocarbon liegt er nahe am Wert des Wassers, und die Grenze zwischen Schnur und Wasser verschwimmt für das Auge.
Das wirkt ausschließlich unter Wasser. An der Luft ist Fluorocarbon nicht weniger sichtbar als jede andere Schnur, und genau deshalb bringt ein Vergleich in der Hand nichts.
Deshalb ist es fast immer Vorfach
Unsichtbarkeit wird dort gebraucht, wo die Schnur neben dem Köder liegt, also auf dem letzten Stück. Den Rest der Länge sieht der Fisch nicht, und ihn mit den Eigenschaften von Fluorocarbon zu bezahlen, lohnt nicht.
Daher der übliche Aufbau: eine Hauptschnur, ein Vorfach aus Fluorocarbon. Der Knoten dazwischen stammt aus Verbindungsknoten.
Es ist steifer und sinkt
Fluorocarbon ist deutlich steifer als Monofil, was zwei Folgen zugleich hat. Erstens legt es sich schlechter auf die Spule und behält die Form stärker, weshalb es seltener als Hauptschnur dient. Zweitens hält ein steifes Vorfach seine Form besser und verwickelt sich weniger am Köder.
Zudem sinkt Fluorocarbon schneller als Monofil, und beim Angeln am Grund ist das eher ein Vorteil: die Montage sinkt zügiger, die Strömung greift weniger an, und das Vorfach hebt sich nicht dort vom Grund, wo der Köder liegen soll.
Reines Fluorocarbon und beschichtete Schnur
Neben massivem Fluorocarbon gibt es gewöhnliche Schnur mit Fluorocarbonbeschichtung. Das sind verschiedene Dinge: die Beschichtung liefert einen Teil des optischen Effekts, das Material verhält sich aber wie der Kern, aus dem der Faden besteht.
Nach dem Namen auf der Packung zu urteilen ist hier unklug — entscheidend ist, ob es massives Material oder eine Hülle ist. Davon hängen Steifigkeit, Abriebfestigkeit und die Frage ab, welche Knoten halten.
Abriebfestigkeit
Das ist der zweite Grund, es als Vorfach zu nehmen. Das Material verträgt Kontakt mit Steinen, Muschelbänken und versunkenem Holz besser als Geflecht — also genau das, was dem Ende der Montage am häufigsten begegnet.
Gegen Zähne schützt es nicht: wo mit Hecht zu rechnen ist, kommt ein anderes Material zum Einsatz — siehe Vorfachmaterial.
Was in der Unterkategorie steht
Die Eigenschaften behandelt Was ist Fluorocarbon. Der Vergleich mit den übrigen — in Angelschnur.