Was ist Angelschnur
Die Angelschnur ist der einzige Teil der Ausrüstung, der von Anfang bis Ende im Wasser bleibt und den gesamten Widerstand eines Fisches aufnimmt. Man wählt sie nicht nach dem Namen auf der Packung, sondern nach drei Eigenschaften: Genau die trennen die drei Schnurfamilien voneinander.
Die drei Eigenschaften, aus denen die Wahl besteht
Dehnung, Sichtbarkeit im Wasser und Dichte — das ist der ganze Satz. Geflochtene Schnur dehnt sich kaum, ist im Wasser sichtbar und leichter als es. Monofile Schnur dehnt sich spürbar, ist mäßig sichtbar und liegt in der Dichte nahe am Wasser. Fluorocarbon dehnt sich wenig, ist im Wasser fast unsichtbar und sinkt.
Alles Weitere — Empfindlichkeit auf Distanz, Verhalten des Knotens, Wurfweite, Lauftiefe — ist aus diesen drei Eigenschaften abgeleitet. Deshalb sind auch die Unterabschnitte dieser Kategorie danach geordnet und nicht nach Marken und Preisen.
Wie Schnur beschriftet wird
Auf der Packung stehen zwei Zahlen: Durchmesser in Millimetern und Tragkraft. Die zweite wird entweder in Kilogramm oder in Pfund angegeben — Kürzel lb. Ein Pfund sind 0,454 Kilogramm, 20 lb also rund 9 Kilogramm.
Die dritte Zahl ist die Wickellänge: 100, 150, 300 Meter oder eine ganze Großspule. Man gleicht sie mit der Kapazität der Rollenspule ab, die auf der Spule selbst als Paar „Durchmesser — Meter“ steht.
All diese Zahlen beschreiben neue Schnur, die gerade und ohne Knoten gezogen wird. Echte Ausrüstung verhält sich anders, und darum geht es weiter unten.
Warum die Zahl auf dem Geflecht kein Durchmesser ist
Neben den Millimetern steht auf Geflecht oft eine PE-Nummer: #0.6, #1.5, #2.0. Das ist ein japanisches Nummernsystem, in dem die Zahl eine Dickenklasse bezeichnet, keinen gemessenen Durchmesser.
Zudem ist Geflecht im Querschnitt nicht rund — es ist aus mehreren Fasern geflochten, und eine einzige Zahl beschreibt die Dicke eines solchen Fadens nur ungefähr. Deshalb kann dieselbe PE-Nummer bei zwei Herstellern unterschiedliche tatsächliche Dicke bedeuten. Zuverlässiger vergleicht man über die Tragkraft.
Tragkraft und Knoten
Die angegebene Festigkeit ist die eines ungeknoteten Stücks. Jeder Knoten verringert sie: Die Schnur bricht nicht in der Mitte, sondern dort, wo sie gebogen und zugezogen ist. Die Reserve nimmt man also nicht „für alle Fälle“, sondern weil der Knoten einen Teil der Festigkeit ganz sicher fordert.
Das zweite Glied, das entscheidet, ist die Ausrüstung selbst. Die Schnur muss zum Wurfgewicht der Rute passen: Der Abschnitt über Angelruten geht darauf ein.
Was wir hier nicht schreiben
Wir nennen keine „beste“ Schnur: Die gibt es nicht, weil die drei Eigenschaften in verschiedene Richtungen ziehen und ein Gewinn bei der einen stets ein Verlust bei einer anderen ist. Wir nennen keine Marken und vergleichen keine Preise — die ändern sich schneller, als ein Nachschlagewerk aktualisiert wird.