Angelruten: Typen, Wurfgewicht, Aktion

Eine Rute ist ein elastischer Blank, der die Kraft des Anglers auf den Köder überträgt und anschließend die Fluchten des Fisches abfängt. Alles Übrige wird an ihr befestigt: Rolle, Schnur, Ringe, Rollenhalter. Was eine Rute überhaupt ist, erklärt der Beitrag Was ist eine Angelrute. Diese Seite handelt von etwas anderem — von den Merkmalen, die Ruten voneinander unterscheiden, und davon, wie man sie liest.

Sechs Rutentypen

Den Typ bestimmt nicht die Form des Blanks, sondern die Methode, für die er gebaut wurde. Deshalb ähneln sich Ruten eines Typs mehr als Ruten gleicher Länge aus verschiedenen Gruppen.

  • Spinnruten — zum Werfen und Führen eines Kunstköders.
  • Karpfenruten — für Weitwurf und langen Drill großer Fische.
  • Feederruten — für den Futterkorb, mit feiner Spitze als Bissanzeiger.
  • Posenruten — für die Montage mit Pose.
  • Fliegenruten — zum Werfen mit dem Gewicht der Schnur statt des Köders.
  • Winterruten — kurz, zum Angeln durchs Eisloch.

Wurfgewicht: für welche Last der Blank gebaut ist

Das Wurfgewicht ist der Gewichtsbereich von Köder oder Montage, in dem der Blank so arbeitet, wie es der Hersteller vorgesehen hat. Unterhalb des Bereichs arbeitet die Rute den Wurf nicht ab: der Köder lädt den Blank nicht auf, und der Wurf bleibt kurz. Oberhalb wird der Blank überlastet, und seine Reserve wird bei jedem Wurf aufgezehrt.

Der Bereich steht auf dem Blank nahe dem Rollenhalter. Einheiten und Schreibweise unterscheiden sich zwischen den Typen, also im Beitrag des eigenen Typs nachsehen und nicht von einem fremden übertragen.

Aktion: wo sich der Blank biegt

Die Aktion beschreibt, welcher Teil des Blanks die Biegung unter Last aufnimmt. Eine schnelle Aktion biegt vor allem die Spitze, eine langsame den ganzen Blank ab dem Griff. Das ist keine Qualitätsskala: ein schneller Blank überträgt den Biss genauer und hakt härter, ein langsamer fängt Fluchten weicher ab und reißt feine Vorfächer seltener.

Die Aktion wird also nach der Angelei gewählt, nicht nach dem Preis. Für aktives Führen nimmt man eine schnellere, für feine Montagen mit dünner Schnur eine langsamere.

Länge: Weite gegen Kontrolle

Eine lange Rute wirft weiter und führt die Schnur über dem Wasser besser, eine kurze ist genauer und ermüdet den Arm weniger. Begrenzt wird die Wahl nicht nur von der gewünschten Weite, sondern vom Ufer: ein zugewachsener oder enger Zugang macht einen langen Blank unhandlich, wie gut er sonst auch sein mag.

Blankmaterial

Blanks werden aus Kohlefaser, Glasfaser und deren Mischung — Composite — gefertigt. Kohle ist leichter und steifer, Glas stoßfester und günstiger, Composite liegt dazwischen. Das Material allein macht keine Rute besser: es legt fest, worauf man verzichten muss — auf Gewicht, Robustheit oder Preis.

Bauweise: Steck, Teleskop und Ringe

Nach der Art des Zusammenlegens gibt es Steckruten, deren Teile an Steckverbindungen zusammenkommen, und Teleskopruten, deren Teile ineinandergleiten. Die Steckrute hält die Aktion gleichmäßiger, die Teleskoprute lässt sich besser transportieren.

Unabhängig vom Blank arbeiten die Ringe. Ihre Zahl und Verteilung bestimmen, wie die Schnur unter Last am Blank entlangliegt, und die Einlage im Ring, wie schonend er mit geflochtener Schnur umgeht.

Pflege verlängert die Lebensdauer

Eine Rute geht häufiger nicht vom Angeln kaputt, sondern von dem, was danach mit ihr geschieht. Sand und Salz, ein nass zusammengelegtes Teil, eine gerissene Ringeinlage — jedes davon kostet den Blank Jahre. Der Ablauf steht im Beitrag Pflege und Aufbewahrung der Rute.

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