Warum ein Spinner die Schnur verdrallt

Das Blatt dreht sich immer in dieselbe Richtung. Diese Bewegung überträgt sich auf die Achse, von der Achse auf die Schnur, und jede Umdrehung addiert sich zur vorherigen, solange nichts die Drehung stoppt.

Wohin der Drall geht

Die Schnur verdrallt sich über die gesamte Länge – vom Köder bis zur Rolle. Auf der Spule legt sie sich ungleichmäßig, und beim nächsten Wurf springt sie in Schlaufen ab. Genau das ist die „Perücke“, die fälschlich der Rolle angelastet wird.

Warum der Wirbel Pflicht ist

Der Wirbel unterbricht die Kette: Der Köder dreht seine Öse, die zweite bleibt unbewegt. Ohne ihn nimmt der Drall nicht ab – er läuft einfach weiter, und keine Führung korrigiert das.

Nicht jedes Teil mit Ösen rettet

Ein einfacher Karabiner oder ein achtförmiger Verbindungsring verbindet, dreht sich aber unter Last nicht. Es funktioniert nur ein Bauteil, das sich genau bei der Kraft dreht, mit der der Köder läuft – von außen sieht man das nicht, geprüft wird von Hand.

Was die Schnurart mit dem Drall macht

Geflochtene Schnur hat kein Gedächtnis und verdrallt sich ohne Rückstellkraft, deshalb zeigt sich die Folge erst später, und der Drall lässt sich auch schwerer wieder herausbekommen. Monofile Schnur verdrallt sich bereitwilliger und stellt sich unter Zug teilweise selbst zurück.

Wo man den Drall zuerst sieht

Zuerst am Vorfach nahe dem Köder: Es wird zur Spirale. Danach erscheinen Schlaufen auf der Spule, und erst danach löst sich die Schnur beim Wurf als „Perücke“ von der Spule. Bis zur dritten Stufe sollte man es nicht kommen lassen – entwirrt wird dann mit den Händen am Wasser.

Ein Wirbel oder zwei

Einer sitzt beim Köder – dort, wo die Drehung entsteht. Der zweite sitzt manchmal an der Verbindung des Vorfachs mit der Hauptschnur: Er fängt den Rest ab, der am ersten vorbeigelaufen ist. Mehr als zwei ergeben keinen Sinn – jedes zusätzliche Teil ist ein weiterer möglicher Ausfallpunkt. Und keiner von beiden wirkt, wenn der Wirbel selbst festsitzt: Mit den Fingern prüft man, ob sich der Kern unter einer Kraft dreht, die der Belastung beim Fischen entspricht.

Wie viel sich ansammelt

Der Drall wächst mit jedem Wurf, nicht mit der Zeit am Wasser: Zehn kurze Führungen ergeben mehr Drall als eine lange derselben Gesamtdauer. Deshalb prüft man nicht die Uhr, sondern das Vorfach selbst – es zeigt den Zustand als Erstes.

Wie man vorhandenen Drall wieder herausbekommt

Die Schnur ohne Köder mit der Strömung oder im Wind treiben lassen, damit sie sich frei ausrichtet, danach unter Zug wieder aufspulen. Das entfernt den angesammelten Drall, ändert aber nichts an der Ursache: Ohne Wirbel entsteht er schon beim nächsten Wurf erneut. An Land macht man dasselbe einfacher – den Köder abnehmen und die Schnur über die gesamte Länge durch die Finger ziehen.


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