Balda
Die Balda ist ein Blei an der Vorfachschlaufe und zwei lose Haken, die auf dieselbe Schlaufe darüber aufgezogen sind. Ein eigenes Spiel hat sie nicht, und die Körperform entscheidet hier fast nichts: Gefangen wird nicht mit dem Metall, sondern mit dem, was es mit dem Grund macht.
Wie sie aufgebaut ist
Durch die Öffnung im kegel- oder tropfenförmigen Blei läuft eine Schlaufe, und auf ihr sitzen, oberhalb des Metalls, zwei einzelne Haken – mit der Öse aufgezogen, die Spitzen nach außen. Die Haken sind nirgends fixiert: Sie laufen frei auf der Schlaufe und sinken langsamer als das Metall.
Was am Grund passiert
Der Köder wird auf den Grund abgelassen und liegen gelassen. Ein scharfes Hochreißen löst das Blei vom Boden und wirbelt eine Trübungswolke auf. Danach fällt das Metall schneller als die Haken, schlägt auf den Grund und stoppt – und die Haken rutschen aus Trägheit die Schlaufe hinunter und fliegen auseinander, bleiben dabei in der Wolke. Genau für diesen Moment wird die Montage gebaut.
Warum sie in der Wassersäule nicht funktioniert
Ohne Kontakt zum Grund wird die Balda zu einem Blei mit zwei leeren Haken: Kein Schlag – keine Wolke. Das ist der einzige Köder des Abschnitts, der vollständig an den Grund gebunden ist, und mit Tiefenstufen arbeitet man hier nicht: Alles passiert in den ersten Zentimetern über dem Grund.
Der Grund entscheidet, was daraus wird
Auf Schlamm und schlammigem Lehm ist die Wolke dicht und hält lange; auf Sand ist sie dünner und setzt sich schnell ab; auf Stein und festem Lehm gibt es sie fast nicht, und dann bleibt von der Balda nur das Klopfen übrig. Deshalb wirkt derselbe Köder an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich, und geprüft wird das beim ersten Hochziehen.
Was man an der Schlaufe begrenzt
Das Blei sitzt unten und bleibt an seinem Platz, aber die Haken laufen frei – und genau ihren Lauf begrenzt man mit einem Stopper oder einer Perle, damit sie nicht zum Metall rutschen und nicht an einem Punkt mit ihm zusammenkommen. Ein Haken, der mit einem Schlauchstück gegen das Metall gepresst ist, überträgt das Klopfen besser in die Hand; freier Lauf auf der Schlaufe gibt mehr Spiel – das ist eine Entscheidung, die man vor Ort trifft.
Was man an die Haken hängt
Eine Perle, ein Stück Silikonschlauch oder ein farbiger Schlauchabschnitt am Hakenschenkel – ein sichtbarer Punkt, auf den der Fisch in der Trübung zielt. Sie verlangsamen zugleich das Sinken des Hakens und trennen ihn zeitlich vom Metall: Zuerst setzt sich das Blei, dann der Haken.
Warum sich die Haken verheddern und woran man es sieht
Man setzt sie mit den Spitzen in verschiedene Richtungen und gibt ihnen die gleiche Lauflänge. Eine verdrehte Schnur und eine zu lange Schlaufe ziehen sie zusammen, und dann arbeitet die Balda wie ein einziges Stück – funktioniert also nicht mehr. Geprüft wird das an ausgestreckter Schnur: laufen die Haken frei auf der Schlaufe, haben sie sich nicht verhakt, steht der Stopper dort, wo man ihn gesetzt hat. Unter Wasser sieht man nichts, deshalb schaut man nicht nur am Anfang nach, sondern auch nach jeweils ein paar Dutzend Hochziehbewegungen.