Bokoplav
Der Bokoplav ist ein schräg aufgehängter Köder. Das ist dieselbe Lage wie bei der Mormyschka, nur bei einem Köder mit eigenem seitlichem Lauf: Den Winkel gibt hier die versetzte Schlaufe vor, nicht die Form des Körpers selbst.
Zuerst zum Namen
Bokoplav heißt auch der lebende Bachflohkrebs – derselbe Mormysch, von dem der Name der Mormyschka stammt. Hier geht es nicht um ihn, sondern um den Kunstköder. Die Verwirrung setzt sich dann unter den Ködern selbst fort: An verschiedenen Orten heißt so sowohl der schräge Köder mit eingelötetem Haken als auch jeder, der seitlich läuft.
Was die Neigung bewirkt
Der Zug greift nicht über dem Schwerpunkt an, sondern versetzt – deshalb führt das Hochziehen den Köder nicht gerade nach oben, sondern drückt ihn seitlich weg. Danach dreht er nicht scharf um wie der Balance-Köder mit der Schwanzflosse: Er gleitet lange zurück unter das Eisloch.
Wie er aufgebaut ist
Der Körper ist flach oder kantig, der Haken meist in den Schwanz eingelötet, seltener an einem Ring hängend. Die Schlaufe sitzt im oberen Teil, versetzt von der Mitte – genau das gibt den Winkel vor. Welches Ende dabei abgesenkt ist, ist von Modell zu Modell verschieden; gemeinsam ist, dass der Körper schräg hängt und nicht gerade. Eine Schwanzflosse gibt es nicht – gedreht wird er vom Wasser.
Wie er sich vom Balance-Köder unterscheidet
Der Balance-Köder weicht seitlich aus und kehrt in einem Bogen zurück, wofür er nur eine kurze Strecke braucht. Der Bokoplav geht weiter und kehrt länger zurück. Deshalb prüft man mit dem Balance-Köder den Kreis unter dem Eisloch schnell, mit dem Bokoplav seltener und weiter.
Wie er sich vom Eisblinker unterscheidet
Der Eisblinker weicht schon beim Sinken ab, und nur durch die Form des Blechs. Beim Bokoplav ist es das Hochziehen, das seitlich wirkt: Es gewinnt genug Tempo, um den Körper weiter zu tragen, als es der freie Fall täte.
Was man bei einem neuen prüft
Zwei Dinge, und beide erkennt man schon außerhalb des Wassers: in welchem Winkel der Köder hängt, wenn man die Schnur am Ende hält, und ob der Haken frei läuft, wenn er an einem Ring sitzt. Eine verzogene Schlaufe macht aus dem Bokoplav einen schweren Eisblinker, der nirgendwohin geht – und das sieht man nur, bevor der Köder ins Eisloch geht: Im Wasser lässt sich der Winkel nicht mehr prüfen.
Wozu die Perle am Hakenschenkel
Eine lose Perle oder ein Schlauchstück am eingelöteten Haken wirken genauso wie bei der Mormyschka ohne Köderzusatz: Sie geben einen sichtbaren Punkt und bremsen den Schwanz des Köders beim Sinken leicht ab. Beim langen Gleiten fällt das deutlicher auf als beim kurzen Bogen des Balance-Köders.
Für wen er gedacht ist
In erster Linie dem Zander in der Tiefe – dem, der nicht direkt unter dem Eisloch steht; daneben trifft man auch auf Barsch. Der Preis dafür: ein längerer Zyklus und weniger Hochziehbewegungen in derselben Zeit. Und noch ein Preis: In geringer Tiefe schafft es der Köder, seitlich vom Loch weg unter das Eis zu laufen und sich beim Zurückkommen an dessen Rand zu verhaken.