Sommerköder senkrecht gefischt

Senkrecht funktioniert nicht nur, was für den Winter gemacht ist. Es gibt nur eine Bedingung: Der Köder muss ohne horizontale Anströmung spielen – also keine Einholbewegung brauchen, um dem Fisch etwas zu zeigen.

Der schaufellose Wobbler passt fast ohne Einschränkung

Der schaufellose Wobbler, am Rücken aufgehängt, sinkt von selbst und hat ein eigenes Spiel beim Fallen. Das ist praktisch ein fertiger Winterköder, für den Sommer gemacht: Senkrecht arbeitet er genauso wie der Balance-Köder, nur weicht er weniger seitlich aus.

Der Blinker

Der Blinker braucht ebenfalls keine Vorwärtsbewegung: Das Blech gleitet beim freien Fall genauso wie beim Eisblinker, nur ist er selbst breiter und leichter. Man setzt ihn ohne Umbau ins Eisloch – das ist das Nächste, was die Sommerbox zum Eisblinker zu bieten hat.

Gummiköder am Jigkopf

Der schwere Kopf zieht den Köder nach unten, und der Schwanz des Gummifisches zittert schon vom Fallen allein. Auch Gummiköder am abgesetzten Vorfach funktionieren, aber dort braucht es schon eine längere Pause: Der Köder setzt sich langsamer als das Gewicht.

Was aus der Sommerbox dort nicht taugt

Der schwimmende und der Suspending-Wobbler mit Schaufel: Senkrecht hängt er nur oder treibt auf, weil die Schaufel von der Vorwärtsbewegung lebt. Der sinkende verhält sich anders – beim Fallen erzeugt er selbst eine Anströmung und weicht seitlich aus –, aber steuern lässt sich dieser Lauf nicht. Der Spinner funktioniert überhaupt nicht: ohne Einholen dreht sich das Blatt nicht.

Warum der schaufellose Wobbler laut ist

In den meisten Modellen sitzt innen eine Kammer mit Kugeln, die auf jeden Ruck reagiert; leise Modelle ohne Kugeln gibt es auch. Unter dem Eis läuft das Signal von oben nach unten durch die Wassersäule, nicht von der Seite, und der Unterschied zwischen laut und leise fällt stärker auf als bei der Einholbewegung. Wie die Kammer selbst aufgebaut ist, steht in der Karte über Rasseln und die Schallkammer.

Größe und Eisloch

Sommerköder sind größer und schwerer als Winterköder für dieselbe Aufgabe, und durch ein fertiges Eisloch passen sie nicht immer – besonders die mit zwei Drillingen oder breitem Körper. Bei aktivem Raubfisch stört das nicht, bei passivem Fisch unterliegen sie der Mormyschka.

Die Haken sind auf einen anderen Fisch ausgelegt

Die Drillinge des Sommerköders sind dicker und größer als die des Winterköders: Sie sind für den Ruck mit der Rute auf Distanz gemacht, nicht für den kurzen Anhieb an einer meterlangen Schnur. Bei kleinem Fisch macht sich das bemerkbar – er bleibt einfach nicht hängen, und man muss den Köder wechseln, statt das Tempo anzupassen.

Ob man dafür eine eigene Box zusammenstellt

Man stellt keine zusammen: Man nimmt, was schon da ist, und legt es neben die Balance-Köder. Der schaufellose Wobbler und der Blinker funktionieren vom Boot im Sommer genauso wie vom Eisloch im Winter – es ändert sich die Präsentation, nicht der Köder. Der Sinn liegt darin, dass sie an einem unbekannten Gewässer schneller als kleine Winterköder beantworten, ob hier aktiver Raubfisch steht.


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