Weitere Eisköder: außerhalb der Klassen

Die drei Klassen dieses Abschnitts unterscheiden sich danach, wer die Bewegung erzeugt. Aber senkrecht funktioniert auch, was in dieses Dreier-Schema nicht passt: ein Köder ohne eigenes Spiel, ein Köder mit einer anderen Aufhängung und ein gewöhnlicher Sommerköder, von oben nach unten geführt.

Was hierher gehört

Die Balda ist kein Köder im üblichen Sinn: Sie besteht aus einem Blei und zwei losen Haken, und gefangen wird nicht mit dem Metall, sondern mit der Trübungswolke. Der Bokoplav hat einen Körper, hängt aber schräg und weicht seitlich weiter aus als der Balance-Köder. Sommerköder haben nichts Winterliches an sich – sie halten einfach die senkrechte Führung aus.

Warum das keine eigenen Klassen sind

Beim Balance-Köder, beim Eisblinker und bei der Mormyschka liegt der Unterschied darin, woher die Bewegung kommt. Hier gibt es diesen Unterschied nicht: die Balda arbeitet mit dem Grund, der Bokoplav mit dem Aufhängewinkel, der Sommerköder mit seinem eigenen Gewicht. Einen gemeinsamen Mechanismus, nach dem man sie weiter aufteilen könnte, gibt es nicht – deshalb stehen sie zusammen und nicht in eigenen Zweigen.

Was bei ihnen gleich ist

Alle drei werden unter einem Punkt geführt, alle brauchen nach dem Hochziehen ein Durchhängen der Schnur und eine Pause am Grund. Die Hand arbeitet also genauso wie mit dem Balance-Köder oder dem Eisblinker – es ändert sich nur, was dem Fisch auf diese Bewegung antwortet.

Wohin sie nicht reichen

Die Balda ist an den Grund gebunden und funktioniert in der Wassersäule überhaupt nicht. Der Bokoplav braucht Platz zur Seite des Eislochs – in geringer Tiefe unter dem Eis wird es für ihn eng. Sommerköder sind schwerer als Winterköder und unterliegen bei passivem Fisch oft der Mormyschka.

In welcher Reihenfolge man sie ausprobiert

Zuerst kommt der Köder, der am schnellsten die Frage beantwortet, ob hier aktiver Fisch steht – der senkrecht geführte Sommerköder. Die Balda folgt als Zweites, wenn klar ist, dass der Fisch am Grund steht. Der Bokoplav kommt zuletzt, weil er in die Breite arbeitet und pro Zyklus mehr Zeit braucht.

Eine gemeinsame Schwäche – die Haken

Bei der Balda hängen die Haken frei, beim Sommerköder sind es oft zwei – beide Drillinge –, beim Bokoplav steht die Spitze seitlich vom Körper ab. All das verhakt sich beim scharfen Hochreißen häufiger in der Schnur als der einzelne Haken der Mormyschka. Deshalb macht man das Hochziehen hier kurz und holt den Köder nach jedem Verhaken heraus, um zu sehen, wie er hängt.

Was hier fehlt

Stellangeln, Setzangeln und die Winterpose gibt es hier nicht – das sind Vorrichtungen, keine Köder, und gefangen wird bei ihnen mit Köderfisch oder Naturköder. Auch selbstgebaute Konstruktionen ohne festen Namen fehlen: Wir beschreiben, was man in der Köderbox wiedererkennt, nicht alles, was es gibt.

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