Mormyschkas: Die Hand führt

Die Mormyschka ist ein Haken, eingegossen in einen kleinen Körper aus schwerem Metall. Sie ist die einzige Klasse des Abschnitts ohne jedes eigene Spiel: Der Köder wiederholt nur die Bewegung der Hand und fügt selbst nichts hinzu.

Die Zitterspitze macht das Spiel, nicht der Köder

Zwischen Hand und Köder steht die Zitterspitze – ein elastisches Plättchen an der Spitze der Winterrute. Sie verwandelt das feine Zittern der Hand in gleichmäßige Schwingungen des Köders und zeigt gleichzeitig den Biss an. Eine Mormyschka ohne Zitterspitze ist nur ein beschwerter Haken.

Wozu sie Gewicht braucht

Das Gewicht dient hier weder der Weite noch dem schnellen Absinken, sondern dazu, die dünne Schnur zu spannen und die Bewegung der Zitterspitze zum Köder zu tragen. Deshalb ist die Mormyschka der kleinste aller Kunstköder überhaupt, und deshalb funktioniert sie auch nur an dünner monofiler Schnur: Eine dicke lässt sich unter dem Gewicht eines leichten Köders nicht strecken.

Zwei Schulen

Mit und ohne Köderzusatz sind nicht zwei Varianten derselben Fangweise, sondern zwei verschiedene Wege, den Fisch zu halten: Bei der einen wirken Geruch und Geschmack, bei der anderen nur die Schwingfrequenz. Auch die Köder selbst unterscheiden sich in Form und Aufhängung.

Das Material entscheidet über die Größe

Bei gleichem Gewicht ergibt dichteres Metall einen kleineren Köder. Genau darauf beruht der ganze Unterschied zwischen Blei- und Wolfram-Mormyschka – erklärt in der eigenen Karte.

Das ist kein Jigkopf

Beim Jigkopf ist der Körper nur Gewicht, den Köder liefert der aufgezogene Gummiköder. Bei der Mormyschka ist es umgekehrt: Der Körper selbst ist der Köder, alles andere ist Zubehör dazu. Äußerlich ähneln sie sich, in der Idee sind sie gegensätzlich.

Was die Klasse begrenzt

Ein leichter Köder wird von der Strömung abgetrieben und erreicht keine Tiefe: Bis er den Grund erreicht, hat sich die Schnur längst zum Bogen gelegt. Deshalb wird die Mormyschka in Strömung und großer Tiefe entweder beschwert oder gegen den Eisblinker getauscht. Im stehenden Wasser gibt es solche Grenzen nicht.

Warum es Dutzende in der Box gibt

Die Mormyschka lässt sich nicht zerlegen: Weder Haken noch Gewicht noch Form lassen sich an ihr ändern. Jede Kombination aus Gewicht, Form und Aufhängung ist ein eigener Köder, und deshalb trägt man sie im Set und bewahrt sie in einer Box mit Schaumstoff oder Magnet auf, damit die Hakenspitzen einander nicht stumpf machen.

Für wen sie gemacht ist

Mit der Mormyschka fängt man sowohl Weißfisch als auch Barsch – alles, was am Grund kleine Beute sammelt. Wo eine Fläche unter dem Eisloch abgesucht oder aktiver Raubfisch geholt werden muss, arbeiten der Balance-Köder und der Eisblinker.

Materialien


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