Blei, Wolfram und die Größe der Mormyschka

Das Gewicht der Mormyschka ist durch die Aufgabe vorgegeben: Sie muss die Schnur spannen und die Bewegung der Zitterspitze weiterleiten. Die Größe bei diesem Gewicht hängt dagegen vom Metall ab – und genau darin liegt der ganze praktische Unterschied zwischen den Materialien.

Gleiches Gewicht, unterschiedliche Größe

Dichteres Metall ergibt bei gleichem Gewicht ein kleineres Teil, weniger dichtes ein größeres. Eine Wolfram-Mormyschka ist deutlich kleiner als eine Blei-Mormyschka gleichen Gewichts, und die Blei-Mormyschka wirkt bei gleichem Gewicht größer und fällt langsamer.

Was das unter Wasser bedeutet

Ein kleiner Köder durchläuft die Tiefe schneller und hält sich besser in der Strömung, wo ein voluminöser abgetrieben wird. Ein größerer fällt langsamer und bleibt länger im Blickfeld, und an einer flachen, ruhigen Stelle ist das ein Vorteil, kein Nachteil. Der allgemeine Vergleich der Metalle steht in der Karte über Blei und seine Alternativen.

Der Preis der Härte

Wolfram ist hart, und der Rand seines Durchgangslochs schneidet die dünne Schnur schneller durch als der von weichem Blei. Deshalb ist das Schlauchstück im Loch bei der Wolfram-Mormyschka nicht wünschenswert, sondern zwingend. Wolfram ist auch spröder: Bei einem Stoß gegen Eis bricht eine Kante ab, während Blei bei demselben Stoß nur eine Delle bekommt.

Womit man Blei sonst noch ersetzt

Messing, Stahl und Zinn sind weniger dicht als Blei, deshalb fällt der Köder aus ihnen bei gleichem Gewicht größer aus. Wo das Volumen nicht stört, gibt es kaum einen Unterschied; wo der Fisch von der Größe abgeschreckt wird, ist er entscheidend.

Was nicht vom Metall abhängt

Weder die Körperform noch der Winkel der Hakenspitze noch die Art der Schnurbefestigung haben mit dem Material zu tun. Eine Wolfram- und eine Blei-Mormyschka gleicher Form hängen an der monofilen Schnur gleich – sie unterscheiden sich in Größe und Sinkgeschwindigkeit, nicht darin, wie sie hängen und wie sie die Bewegung der Zitterspitze weitergeben.

Wie man sie mit dem Fingernagel unterscheidet

Blei ist so weich, dass ein Fingernagel eine Spur hinterlässt, Wolfram nicht. Das ist die einfachste Prüfung, ohne Waage und ohne Verpackung möglich, und dieselbe Weichheit ist der Grund, warum sich Blei in der kleinsten Klasse der Angelbleie am längsten hält.

Was das Gewicht auf der Verpackung sagt

Das Gewicht beschreibt nur die Schnurspannung und die Sinkgeschwindigkeit. Über die Größe des Köders sagt es nichts, solange das Metall unbekannt ist – genau deshalb steht in Beschreibungen von Mormyschkas das Metall neben dem Gewicht und nicht in einer Fußnote.

Was wir hier nicht schreiben

Wir empfehlen kein bestimmtes Metall: Das hängt von Tiefe, Strömung und davon ab, wie stark der Fisch auf die Größe reagiert, und eine geprüfte Regel gibt es dafür nicht. Und wir geben keine Gewichte in Gramm an – sie sind an eine konkrete Montage gebunden, nicht an die Köderklasse.


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