Erde und Ballast
Erde ist Erdreich oder Ton, die der Mischung beigemischt werden. Sie fügt der Mischung keine Nährstoffe hinzu, und darin liegt der ganze Sinn: Erde wird gerade deshalb zugegeben, damit die Mischung ärmer wird. Dieselbe Rolle als Ballast übernimmt manchmal Sand.
Zwei Wirkungen zugleich
Sie macht die Mischung schwerer: Die Kugel fällt schneller, landet genauer, wird von der Strömung schlechter abgetrieben. Und sie macht sie ärmer: Im selben Volumen wird weniger essbar. Beide Wirkungen zusammen sind die direkte Antwort auf den Konflikt der drei Aufgaben des Grundfutters.
Warum das gerade im Sommer wichtig ist
In warmem Wasser ist der Fisch aktiv, kommt schnell heran und frisst viel. Eine Mischung ohne Ballast frisst er auf — und zieht weiter. Erde erlaubt es, dasselbe Futtervolumen am Platz zu geben, ohne das zu vergrößern, wovon man satt wird.
Verschiedene Erden bewirken Verschiedenes
Hersteller unterscheiden sie nach Dichte und Farbe. Die Firma Sensas schreibt über ihr Terre de Rivière ausdrücklich: Es sei dunkler und dichter als Terre de Somme, fixiere das Grundfutter besser am Grund und erzeuge keine Trübungswolke — und zerstreue den Fisch so nicht dort, wo das Wasser in Bewegung ist. Die Erde wird also danach gewählt, ob Trübung gebraucht wird oder nicht.
Erde und die Farbe des Grunds
Dunkle Erde macht den Fleck auf dunklem Grund weniger auffällig. Das spielt dort eine Rolle, wo der Fisch vorsichtig ist und eine helle Basis allein schon abschreckt.
Woher man sie nimmt
Aus dem Gewässer selbst oder aus Maulwurfshügeln und reinem Lehm — und in beiden Fällen wird sie gesiebt: Klumpen, Wurzeln und Steine wirken in der Mischung als Fremdkörper. Erde aus dem Gemüsegarten oder Blumenbeet taugt nicht: Sie wird gedüngt und mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, und was davon genau ins Wasser gelangt, ist unbekannt. Sand hat dieses Problem überhaupt nicht, dafür dunkelt er den Fleck nicht ab und hält die Feuchtigkeit auch nicht so wie Ton.
Wo man weniger davon zugibt
Dort, wo gerade das Verstäuben in der Wassersäule gebraucht wird — etwa wenn der Fisch über dem Grund gesammelt werden soll: Ballast zieht die Mischung zum Grund, sie soll aber in der Wassersäule bleiben. Und in der Wintermischung: Der Fall durchs Eisloch ist ohnehin senkrecht, das Gewicht der Erde entscheidet dort also nichts — doch sie macht die Mischung weiterhin ärmer, und deshalb wird sie auch im Winter zugegeben.