Wintergrundfutter
Wintergrundfutter ist kein eigenes Produkt, sondern dieselbe Mischung, nur ärmer und feiner gemacht. Nicht der Rohstoff ändert sich, sondern das Verhältnis: Wovon man satt wird, wird weniger, was ein Signal gibt, wird mehr.
Warum die Mischung ärmer gemacht wird
Kaltes Wasser senkt den Nahrungsbedarf des Fisches, und das gleicht man auf zwei Wegen aus: Man gibt weniger, oder man legt weniger Nährstoffreiches in dasselbe Volumen. Ersteres ist Taktik und wird in der Karte über das Anfüttern am Eisloch behandelt. Letzteres ist Zusammensetzung, und genau darum geht es in dieser Karte: Die Wintermischung wird schon an Land ärmer gemacht, nicht über die Menge auf dem Eis korrigiert.
Was man daraus entfernt
Vor allem die nicht lebende grobe Fraktion — Körner und gekochte Grütze: Davon lässt man genau so viel übrig, dass der Fisch etwas zu finden hat. Die lebende bleibt, dazu weiter unten.
Mit der Erde ist es komplizierter. Gewicht bringt sie auch im Winter — die Physik ist dieselbe —, nur nützt es nichts: Der Fall durchs Eisloch ist ohnehin senkrecht. Dafür macht sie die Mischung ärmer, und genau das will man von der Wintermischung. Deshalb gibt man sie auch im Winter zu, aber schon der Armut wegen.
Was die Hauptsache bleibt
Feine Fraktion und lebender Bestandteil. Der Zuckmückenlarve fällt hier sowohl die Rolle des Futters als auch des Signals zu: Sie zappelt, und im ruhigen kalten Wasser ist diese Bewegung länger wahrnehmbar als alles andere in der Mischung.
Warum feine Partikel länger wirken
Horizontal breitet sich das Signal im Winter kaum aus: In kaltem Wasser verteilt es sich schlechter als im Sommer, und das Futter wirkt nur direkt unter dem Eisloch. Vertikal hält es sich dafür länger — feine Partikel sinken langsamer als in warmem Wasser, und das Signal hält sich in der Wassersäule unter dem Eisloch. Deshalb braucht man im Winter weniger feines Futter, als die Sommergewohnheit nahelegt.
Der Frost verändert die Befeuchtung
Bei Frost gefriert das Wasser in der Mischung, und was sich morgens richtig formen ließ, geht abends als Klumpen zu Boden. Deshalb wird die Wintermischung zurückhaltender befeuchtet als die Sommermischung, geschlossen aufbewahrt und erst vor Ort in kleinen Portionen mit Wasser nachjustiert.
Wovon diese Karte nicht handelt
Von der Taktik: wie viele Eislöcher man vorbereitet, in welcher Reihenfolge man sie abgeht und wie man das Futter unters Eis lässt — das ist der Abschnitt über das Eisangeln, Karte „Anfüttern am Eisloch“. Und von der Tragfähigkeit des Eises — das ist Sicherheit auf dem Eis, ein Thema mit eigenen Quellen und eigenen Verboten.