Karpfen in Stücken gebraten, mit knuspriger Kruste
Die Kruste am gebratenen Fisch entsteht nicht durch das Mehl als solches, sondern durch die Temperatur. Das Öl muss heiß sein, bevor das erste Stück hineinkommt, und die Hitze muss etwas über der mittleren Stufe liegen: Bei kleiner Flamme beginnt der Karpfen nicht zu braten, sondern im eigenen Saft zu schmoren, und die Panade weicht auf, statt fest zu werden.
Die zweite Hälfte der Sache ist das Maismehl. Man nimmt es zu gleichen Teilen mit dem Weizenmehl: Das Weizenmehl hält die Schicht am Fisch, das Maismehl gibt jene körnige Knusprigkeit, die man vom Weizenmehl allein nicht bekommt. Das ist der einfachste Weg, damit Gebratenes aus der eigenen Küche nicht wie aus der Kantine wirkt.
Man nimmt hier drei kleine Karpfen und nicht einen großen: Kleiner Fisch lässt sich in Stücke schneiden, bei denen Kruste und Fleisch im richtigen Verhältnis stehen. Hat man einen großen Karpfen vor sich, passt zu ihm eher das Braten mit Zwiebeln unter dem Deckel — dort ist die Aufgabe die umgekehrte: die Feuchtigkeit zu halten und nicht die Kruste.
Unter dem Deckel bleibt der Fisch feucht: so arbeitet Gebratener Karpfen mit Zwiebeln. Für große Exemplare überträgt Spiegelkarpfen als Steaks dasselbe Vorgehen auf quer geschnittene Portionen.
Kaloriengehalt: 245kcal
Karpfen zerlegen
Salzen und mit Zitrone beträufeln
Beide Mehlsorten mischen
Öl erhitzen
Bei etwas mehr als mittlerer Hitze braten
Servieren
Notizen
- Zitrone statt Marinieren. Eine halbe Stunde im Salz braucht der Fisch hier nicht: Der Saft einer halben Zitrone wirkt schneller und nimmt zugleich den schlammigen Beigeschmack des Teichkarpfens. Lange stehen lassen darf man ihn nicht — die Säure beginnt, die Oberfläche zu „garen“, und die Kruste wird labbrig.
- Die Mehle genau zu gleichen Teilen. Mehr Maismehl — die Schicht rieselt vom Stück in die Pfanne; mehr Weizenmehl — es wird die übliche weiche Panade.
- Den Deckel gar nicht erst auflegen. Der Dampf unter dem Deckel weicht die Kruste in einer Minute auf, und zurückholen lässt sie sich dann nicht mehr.
- Die Zwiebel kommt zum Schluss. Gibt man sie gleich dazu, verbrennt sie, bevor der Fisch bräunt: Der Fisch brät hier bei stärkerer Hitze, als die Zwiebel verträgt.
- Kopf und Schwanz wirft man nicht weg. Daraus wird eine kräftige Brühe — für die Fischsuppe aus Karpfenköpfen braucht man genau sie und nicht das Filet.
Rezept und Schritt-für-Schritt-Fotos — kolizhanka.net.ua.